 |
encoded flow
Vernissage: Freitag, den 21. September 2007, 19.00 – 22.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 22. September – 3. November 2007
Siniša Kandić wurde 1967 in Zagreb geboren und wuchs in der Schweiz auf. Er studierte von 1989-1991 an der Kunstakademie Belgrad, Klasse Prof. Marija Dragojlovic und von 1991-1997 an Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Prof. Christian Megert. 1996 Meisterschüler von Prof. Christian Megert. Kandic lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Die dritte Einzelausstellung Kandićs in der Galerie Heinz-Martin Weigand gliedert sich in drei Werkblöcke.
Zentrale und namensgebende Arbeit der Ausstellung ist eine vor Ort entstandene Wandarbeit (encoded flow). In ihr verwendet Kandić das Foto einer Skulptur Kaiser Wilhelm II, die im Original auf der Kölner Rheinbrücke steht. Kandic dekonstruiert diese Abbildung und generiert mittels auf die Wand aufgebrachtem Kaffeepulver überlebensgroß das verfremdete Foto, den erinnerten Schemen des Realen.
Alltägliches, bedeutungsloses aber dennoch persönliches Bildmaterial bildet die Basis für die zweite Werkgruppe, die „Ornastrukte“: Fotos eines verlassenen Hotels, ein Kirchturm, den Kandić jeden Tag aus dem Fenster seiner Wohnung sieht, das Thyssen Hochhaus in Düsseldorf. Hundertfach gekachelt konstruieren diese visuellen Gedankenfragmente ein Ornament. Im Gegensatz zu einem Vexierbild, das durch spezielle Konstruktion aus verschiedenen Blickrichtungen unterschiedliche Bildinhalte vermittelt, erfordern die Ornastrukte unterschiedliche Betrachtungsabstände, um entweder das fast briefmarkengroße Erinnerungsbild oder das entschlüsselte und danach durch Vervielfältigung neu kodierte Ornament preis zu geben.
Die dritte Werkgruppe nennt Kandić „Musikzimmer“, Arbeiten die aus zwei mit Abstand montierten Glasscheiben bestehen:
[…Im Glaskörper, dem corpus vitreum des Auges bricht sich die Welt. Dort wo Geäst, das Dickicht im Unterholz sich lichtet, scheint der verfallene, unzeitig postmoderne Baukörper des Hotel „Palace“ auf der Insel Krk sich abzuzeichnen und verschwindet wieder im Nebel. Der webt und entflicht, man sieht kaum wie sehr die Nervenbahnen, verästelt, dem Wachstum der Bäume gleichen. Wahrnehmung antizipiert schematisch, was wir erkennen, aber das Ich-selbst entsteht nur in der Reflexion im Spiegel...(Daniela Hölzl)]
|