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Werkverzeichnis der Videos - Chantal Michel |
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Aus nahen und aus fernen Gärten, 1998 "Mit ihrer anspielungsreichen Opposition von natürlichen und künstlichen Pflanzen sowie den auf mehreren Monitoren zeitlich versetzt sich wiederholenden somnambulen Bewegungen eines menschlichen Gewächses aus Bein und Rock lässt Chantal Michel Facetten des Gegeneinanders von Kunst und Natur sichtbar werden. |
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Kurios ragen die bestrumpften Beine in die Luft, während der Rock als grüne Kreppmanschette den von ihr umschlossenen Körper zum Topf werden lässt und zugleich ihren Unterleib entblösst." Frankfurter Allgemeine, Martin Engler
Im über 15 Minuten dauernden Handstand verwandelt sich die Künstlerin im Video Aus nahen und fernen Gärten zum Fabelwesen. Ein bauschiger grüner Rock verdeckt den Oberkörper der Künstlerin, so dass lediglich ihre Beine sichtbar bleiben. Umgeben von Vogelgezwitscher und dem fernen Läuten von Kirchenglocken bewegen sich diese rhythmisch im Dialog mit dem Rufen eines Grauspechts. Vor dem neutralen Hintergrund bildet sich durch das Wechselspiel der Beine ein eigenes geometrisches Formenvokabular. Die Künstlerin mutiert zum gestikulierenden Paradiesvogel im ordentlich gepflegten Garten, der durch das symmetrisch konzipierte Videobild und die rahmenden Buchsbäumchen angedeutet wird. Den Faden ihrer Auseinandersetzung mit den Materialien Körper und Kleid hat Chantal Michel für dieses Video im Bezugsrahmen der Natur weitergesponnen. Mit einfachsten Manövern gelingt ihr durch eine Reduktion der Körper- respektive Bildersprache die Abstraktion vom menschlichen Wesen zum Zwischending von Pflanze und Tier. Mit dieser Skurrilität entzieht Chantal Michel sich nicht nur der physikalischen Realität, sondern sie lockt die Zuschauer in einen künstlerischen Hinterhalt: dort wird die Wirklichkeit für kurze Zeit diktiert von imaginären Wesen aus nahen und fernen Gärten. Text: Claire Schnyder Lüdi |
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