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Andreas Schön - Pressetext |
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Andreas Schön Paternó Vernissage: Donnerstag, den 20. Mai 1999, 19:00 - 22:00 h Ausstellungsdauer: 21. Mai - 10. Juli 1999 Andreas Schön wurde 1955 in Kassel geboren. Er studierte von 1975 bis 1976 in Münster bei Lothar Baumgarten und Norbert Tadeusz. Von 1979 bis 1982 studierte er bei Gerhard Richter an der Kunstakademie in Düsseldorf. Ab 1989 hatte Schön zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. "Andreas Schön geht es um die Landschaft wie um das Bild. Beides - Motiv und Medium - werden aus der Perspektive ihrer andauernden Krise auf ihre Tauglichkeit und Verwendbarkeit befragt; aber nicht etwa, um sie radikal in Frage zu stellen und erneut zu verwerfen. Vielmehr geht es um die Frage, wieviel an Landschaft und wieviel Malerei noch zu retten sei, sagen wir für den erst noch zu leistenden Entwurf eines neuen Bildes der Natur. Dazu könnte die Malerei, die Bildvermittlungsinstanz mit der größten, ältesten Erfahrung, in der womöglich tiefsten Naturkrise noch gebraucht werden. Was das Naturschöne sei, was also das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt ästhetisch bestimme, wurde noch stets in der Landschaftsmalerei entworfen. (...) Landschaftsgemälde werden bei Schön zu Testbildern. Organisiert wird eine Grundspannung zwischen unterschiedlichen Polen der Wahrnehmung: Betätigung und Verneinung des Genres Landschaftsmalerei. Offensichtlich befinden wir uns auf vertrautem Terrain, leicht und problemlos stellt sich zunächst die Zuordnung ein, schnell sind wir mit den richtigen kunsthistorischen Begriffen zur Hand: Andreas Schön malt Landschaften. Was das Motiv, den Titel (Dover, Semur, Benevent, Paternó) , die Malweise (Öl auf Leinwand), die Formate (häufig monumentale Querformate), den Betrachterstandpunkt (meist Überschaulandschaften) betrifft, erweist sich die Landschaftsmalerei von Andreas Schön als klassisch. Also auf jenem Genre der Malerei fußend, das als Landschaftsmalerei zur Gattung wurde und deren Konstruktionsweise über 300 Jahre lang gültig bleiben sollte. In dem Maße, wie sich Schöns Landschaften als traditionelle, neuzeitlich-moderne Stimmungslandschaften erweisen, in dem gleichen Maße geben sie sich als Unlandschaften zu erkennen. Denn aller medialen Vergewisserung zum Trotz mangelt es den Bildern an wesentlichen Merkmalen einer klassischen Landschaft. Was uns verweigert wird ist ein klassischer Raumeindruck, vermittelt durch den dunklen Vordergrund, den grünen Mittelgrund und den verblauenden Hintergrund. Es findet sich keine leitende Perspektive, überhaupt wird der Blick nirgends gelenkt, erhält nirgends Halt durch einen landschaftlichen Höhepunkt, noch durch ein ins Bild tretendes Ereignis. Es gibt überhaupt keine Hierarchien. Weder Sonnenstand noch Saison, weder Witterung noch Wetter werden angegeben. Es läßt sich für den gewählten Bildausschnitt keinerlei Anlaß ausfindig machen: keine Topografie bietet Halt, kein Weg führt zu irgendeinem Ziel. Das Sublime, Oberkriterium der klassischen Landschaftsmalerei, ist den Schön'schen Bildern ausgetrieben, wie in der Sonne verblichenen Bildern die Farbe. Die offenen Landschaft wird bis zu einem Maß als unbegrenzt gezeigt, daß sich das Offene in sein Gegenteil zu verkehren droht: in Unbestimmtheit und grenzenlose Angst. Die 'schwebende Landschaft', von der Andreas Schön spricht, steckt voller Ambivalenzen. Jeden Augenblick scheint das augenscheinliche Gleichgewicht umzukippen. Schön zeigt uns die Natur anscheinend teilnahmslos, wie eine Versuchsanordnung von Landschaft - im Zustand ihres äußerst labilen Gleichgewichts." (zitiert nach C.F. Schöer) |
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