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Caro Suerkemper - Pressetext

klicken um zu vergrößern: Caro Suerkemper, Sado-Maso, 1995, Aquarell auf Papier, 30 x 42 cm

Caro Suerkemper, Felicitas Franck
Rührstücke und Sympathieträger

Vernissage: Freitag, den 15. Januar 1999, 19:00 - 22:00 h

Ausstellungsdauer: 16. Januar - 27. Februar 1999

Caro Suerkemper wurde 1964 in Stuttgart geboren und studierte von 1984-90 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Stipendien: 1986 Erasmus Stipendium (DAAD), 1993 Goldrausch Förderprogramm, Berlin, 1994 Arbeitsstipendium Senat für kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1994/95 Landesgraduiertenstipendium B.-W., 1995 Kunststiftung B.-W., 1997 Stiftung Kunstfonds, Bonn, 1998 Stipendium Junge Kunst, Essen. Suerkemper lebt und arbeitet z.Zt. in Essen.

In ihrer zweiten Einzelausstellung in der Galerie Heinz-Martin Weigand zeigt Caro Suerkemper in einer installationshaften Situation ausschließlich neueste Arbeiten auf Papier. Auf einer farblichen Intervention im Galerieraum reihen sich Arbeiten unterschiedlichster Bildinhalte und aus unterschiedlichsten Kontexten (Tänzerinnen, Stammeskrieger, gefesselte Sado-Maso-Frauen, Familien am Strand etc.) in einem karusellartigen Reigen. Allen Arbeiten gemein ist der festgehaltene "Moment zwischen den Momenten", der "Moment des Stillstands", ein exotischer und irritierender Blick, der sowohl der Künstlerin als auch dem Betrachter als Projektionsfläche und Indentifikationsmoment dient.

Ebenfalls mit einem farblichen Eingriff in den Ausstellungsraum arbeitet Felicitas Franck (1950 geboren in Schwäbisch-Hall, Studium der Malerei und Bildhauerei in Frankfurt und an der HdK Berlin) - ihre Hundeporträts installiert sie auf einer leuchtendroten römischen Wand.

Im Gegensatz zum bis dahin üblichen Idealporträt führten die Römer das Individualporträt (statt idealisierter Darstellung eine wirkliche, nicht idealisierte) ein. Diese bis heute zu findende Darstellungsweise (Denkmale) problematisiert Franck, indem sie die nach Unsterblichkeit strebenden Personen durch Hunde ersetzt, das Würdevolle des Porträts kippt. Hunde dienen in den westlichen Gesellschaften oft als Projektionsobjekt des besseren Menschen, müssen herhalten um verlorengegangene Werte wie Mut, Treue, Anhänglichkeit zu repräsentieren. Durchaus nicht ohne Humor "faked" Franck auch die üblichen, unvergänglichen Materialien (Marmor, Alabaster), indem sie sie durch Paraffin, ein vergängliches Abfallprodukt der Erdölindustrie, ersetzt.

   
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